Dienstag, 25. Juni 2013

Leben verboten!


Dieses Schild ist mir heute in Frankfurt aufgefallen. Nein - nicht, was Sie denken: das Schild war bereits so "behandelt" worden; das war ich nicht. Aber ich meine, ich habe verstanden, was damit gesagt werden soll: Es gibt so viele Verbote in Deutschland, daß man in der Tat meinen könnte, es sei sogar verboten, zu leben. Das kann ich gut nachvollziehen. Allerdings würde ich das natürlich nicht festmachen daran, daß man keine Plakate auf Schaltkästen ankleben darf.

Aber es ist schon so, wie ich es gerne auf den Punkt bringe: Amerika ist das Land der unbegrenzten Möglichkeiten und Deutschland das Land der unbegrenzten Vorschriften. Es gibt in der Tat keinen Staat in der ganzen Welt, der auch nur im Entferntesten sich mit unserem vergleichen könnte, was die Zahl der Gesetze betrifft. Ein trauriger Rekord, finde ich. Da muß man fast froh sein, daß es uns immer noch erlaubt ist, zu atmen, ohne vorher ein umfangreiches Antragsformular ausgefüllt und bei der zuständigen Behörde eingereicht zu haben und die dabei fälligen Gebühren entrichtet zu haben. 

Ups - hoffentlich liest das kein Beamter; das könnte unsere hohe Obrigkeit auf dumme Gedanken bringen!

Und was ist mit den Ge- und Verboten der Bibel? Schränken die nicht auch unsere Freiheit ein und hindern uns daran, zu leben? Sollte man meinen. Aber wenn man sich einmal vorurteilsfrei beispielsweise die Zehn Gebote ansieht, erkennt man sehr schnell, daß ein Volk in seinem eigenen Interesse nichts Besseres tun kann, als sich daran zu halten. Ich könnte das an jedem einzelnen dieser Gebote nachweisen. Und Jesus Christus hat gesagt: "Die Worte, die ich rede, sind Geist und sind Leben" (Johannesevangelium 6, 63).

Die Bibel ist Gottes Gebrauchsanweisung für unser Leben. Nicht mehr und nicht weniger. Wer sich nicht daran hält, schadet nur sich selbst. Man hat die Zehn Gebote auch mit Leitplanken verglichen, die uns vor Abstürzen bewahren wollen. Wenn ich jemand vor einer objektiv und tatsächlich falschen Entscheidung warne, kann das so aussehen, als wolle ich ihn bevormunden. Aber in Wirklichkeit will ich ihn nur vor Schaden bewahren. Genau das ist auch Gottes Absicht mit Seinen guten Geboten. Keins davon ist überflüssig, keins davon ist der Regulierungswut eines menschlichen Beamten entsprungen.

Sonntag, 23. Juni 2013

Nachtrag zum Thema "sich entschuldigen"

Diesen Ausdruck gibt es auch im Französischen: "Je m'excuse" - ich entschuldige mich. Angelsachsen sagen "I apologize" und meinen damit dasselbe. Auch für sie bedeutet das, daß die Sache damit erledigt ist. Wobei der englische Ausdruck von seiner Etymologie (Entstehungsgeschichte) her eigentlich das genaue Gegenteil bedeutet; es kommt vom griechischen apologeoo = etwas rechtfertigen oder sogar bestreiten; wobei es auch schon unter anderem die Bedeutung "sich entschuldigen" hat. Aber in Gestalt des Begriffs "Apologetik" haben wir es immer noch mit Verteidigung und Rechtfertigung zu tun.

Gerade Briten benutzen oft eine sehr passende Redewendung: "I beg your pardon". Er bedeutet wörtlich: "Ich bettele Sie um Ihre Verzeihung an". Den benutzen sie aber leider ziemlich inflationär, z.B., wenn sie etwas akustisch nicht verstanden haben. Wir würden dann "Wie bitte?" sagen. Vor allem die höflichen Briten sagen dann "pardon?" oder eben sogar "I beg your pardon". Und so verliert diese schöne Ausdrucksweise ihre eigentliche Bedeutung und somit ihren Wert.

Sprache ist verräterisch. An dieser Stelle läßt sie auf die dahinter steckende Denkweise schließen. Es ist typisch menschlich, die eigene Schuld zu leugnen oder, wenn das nicht (mehr) möglich ist, sie zu verharmlosen oder gar zu rechtfertigen. Das sehen wir schon im dritten Kapitel des Buches 1. Mose im Verhalten der ersten Menschen, als Gott sie auf ihre erste Sünde anspricht. Adam schiebt die Schuld auf Eva bzw. indirekt sogar auf Gott (was für eine Ungeheuerlichkeit!!!) und Eva macht die Schlange dafür verantwortlich. Die hat nun den Schwarzen Peter und niemanden, dem sie ihn unter die Weste jubeln kann.

Wir sehen dieses Verhalten auch heute bei Politikern und anderen Prominenten, die sich schuldig gemacht haben und dies zunächst vehement und empört bestreiten. Erst, wenn man es ihnen nachweisen kann, geben sie es scheibchenweise zu, verharmlosen und bzw. oder rechtfertigen es dann aber meist. Aktuelles Beispiel ist der Radrennfahrer Jan Ullrich, der kürzlich zugegeben hat, Blutdoping praktiziert zu haben. Gleichzeitig wies er aber darauf hin, daß das alle so gemacht hätten; er habe sich nur deshalb so verhalten, weil er Chancengleichheit wiederherstellen wollte.

Es gehört schon eine Menge Hintern in der Hose - pardon: menschliche oder bzw. und geistliche Reife und Stärke - dazu, seine Schuld in vollem Umfang einzuräumen und glaubhaft zu versichern, daß man sie bereut, und auf jede Rechtfertigung oder Verharmlosung zu verzichten. Alles andere ist im Grunde kindisch und lächerlich. Nur auf dieser Grundlage kann man um Verzeihung bitten und darauf hoffen, daß sie einem gewährt wird.

Schon in der Bibel steht:
"Wer seine Sünde leugnet, dem wird's nicht gelingen; wer sie aber bekennt und läßt, der wird Barmherzigkeit erlangen." (Sprüche 28, 13, Luther-Übersetzung)

Donnerstag, 20. Juni 2013

Logik und Unlogik der deutschen Sprache

Ich war schon immer von Sprachen fasziniert. Und so mache ich mir auch über meine deutsche Muttersprache viele Gedanken. Dabei entdecke ich so Manches, was mir ziemlich ungereimt vorkommt.

Beispiel: Die Vorsilbe "Un-" bewirkt, wenn man sie an ein Substantiv hängt, daß es das Gegenteil bedeutet. So wird aus Logik also Unlogik, also etwas, was alles Andere als logisch ist. So weit, so gut. Aber ist dann Unwetter das Gegenteil von Wetter - also kein Wetter? Und was bedeutet dann das Wort "Unkosten" - etwas, was nichts kostet? Offensichtlich nicht!

Germanisten haben möglicherweise logische Erklärungen für diese Phänomene. Aber was ich echt schlimm finde, ist der Ausdruck "sich entschuldigen". Den würde ich am liebsten aus der deutschen Sprache streichen. Das ist nämlich, um in diesem Bereich zu bleiben, ein Unding (das Gegenteil von "Ding"???). Ja, ganz verkehrt ist es nicht. Wenn ich jemand im Gedränge in der S-Bahn angestoßen habe, dann reicht es, "Entschuldigung" zu sagen, und die Sache ist erledigt. Aber wenn ich höre, daß ein jemand, der angeklagt ist, den NSU-Terroristen eine Waffe besorgt zu haben, sich bei den Angehörigen der damit Ermordeten entschuldigt hat, dann macht mich das wütend, obwohl ich gar nicht betroffen bin. Als ob man diese furchtbare Schuld einfach so mit einem "Entschuldigung" aus der Welt schaffen könnte!

Niemand kann sich selbst entschuldigen. Man kann nur eins: um Entschuldigung, sprich: Vergebung, bitten. Und dann liegt es bei denen, an denen man schuldig geworden ist, ob sie die Vergebung gewähren wollen. Es ist ihre Entscheidung, nicht meine eigene. Ich hoffe, daß ich nie, nie wieder diesen schrecklichen Ausdruck "ich entschuldige mich" gebrauchen werde. Er verharmlost die Schwere der Schuld und beleidigt diejenigen, an denen ich schuldig geworden bin.

Das gilt nicht nur für die Schuld zwischen Menschen. Noch viel mehr trifft es zu für die Schuld, die wir Menschen vor Gott haben. Davon entschuldigen kann nur Er uns. Und da Er heilig und gerecht ist, kann Er das auch nicht erledigen, indem Er ein Auge zudrückt. Damit würde Er das Recht beugen. Unsere Schuld mußte gesühnt werden. Und das ist geschehen, indem Jesus Christus die Strafe dafür auf sich genommen hat. Er konnte das nur, weil Er Mensch wie wir war, aber selbst nie gesündigt hat. Und deshalb ist Er am Kreuz durch die Hölle gegangen, die wir verdient haben. Ent-schuldigt wird nun  jeder Mensch, der das wie ein Geschenk für sich persönlich in Anspruch nimmt.

Wer das erlebt hat, der kann eigentlich nicht mehr erwarten, daß andere Menschen ihm aufgrund eines billigen "Tschuldigung" verzeihen. Oder sich einbilden, daß er sich selbst entschuldigen kann.