Donnerstag, 20. Juni 2013

Logik und Unlogik der deutschen Sprache

Ich war schon immer von Sprachen fasziniert. Und so mache ich mir auch über meine deutsche Muttersprache viele Gedanken. Dabei entdecke ich so Manches, was mir ziemlich ungereimt vorkommt.

Beispiel: Die Vorsilbe "Un-" bewirkt, wenn man sie an ein Substantiv hängt, daß es das Gegenteil bedeutet. So wird aus Logik also Unlogik, also etwas, was alles Andere als logisch ist. So weit, so gut. Aber ist dann Unwetter das Gegenteil von Wetter - also kein Wetter? Und was bedeutet dann das Wort "Unkosten" - etwas, was nichts kostet? Offensichtlich nicht!

Germanisten haben möglicherweise logische Erklärungen für diese Phänomene. Aber was ich echt schlimm finde, ist der Ausdruck "sich entschuldigen". Den würde ich am liebsten aus der deutschen Sprache streichen. Das ist nämlich, um in diesem Bereich zu bleiben, ein Unding (das Gegenteil von "Ding"???). Ja, ganz verkehrt ist es nicht. Wenn ich jemand im Gedränge in der S-Bahn angestoßen habe, dann reicht es, "Entschuldigung" zu sagen, und die Sache ist erledigt. Aber wenn ich höre, daß ein jemand, der angeklagt ist, den NSU-Terroristen eine Waffe besorgt zu haben, sich bei den Angehörigen der damit Ermordeten entschuldigt hat, dann macht mich das wütend, obwohl ich gar nicht betroffen bin. Als ob man diese furchtbare Schuld einfach so mit einem "Entschuldigung" aus der Welt schaffen könnte!

Niemand kann sich selbst entschuldigen. Man kann nur eins: um Entschuldigung, sprich: Vergebung, bitten. Und dann liegt es bei denen, an denen man schuldig geworden ist, ob sie die Vergebung gewähren wollen. Es ist ihre Entscheidung, nicht meine eigene. Ich hoffe, daß ich nie, nie wieder diesen schrecklichen Ausdruck "ich entschuldige mich" gebrauchen werde. Er verharmlost die Schwere der Schuld und beleidigt diejenigen, an denen ich schuldig geworden bin.

Das gilt nicht nur für die Schuld zwischen Menschen. Noch viel mehr trifft es zu für die Schuld, die wir Menschen vor Gott haben. Davon entschuldigen kann nur Er uns. Und da Er heilig und gerecht ist, kann Er das auch nicht erledigen, indem Er ein Auge zudrückt. Damit würde Er das Recht beugen. Unsere Schuld mußte gesühnt werden. Und das ist geschehen, indem Jesus Christus die Strafe dafür auf sich genommen hat. Er konnte das nur, weil Er Mensch wie wir war, aber selbst nie gesündigt hat. Und deshalb ist Er am Kreuz durch die Hölle gegangen, die wir verdient haben. Ent-schuldigt wird nun  jeder Mensch, der das wie ein Geschenk für sich persönlich in Anspruch nimmt.

Wer das erlebt hat, der kann eigentlich nicht mehr erwarten, daß andere Menschen ihm aufgrund eines billigen "Tschuldigung" verzeihen. Oder sich einbilden, daß er sich selbst entschuldigen kann.

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