Dienstag, 24. Dezember 2013

"Große" Pläne

Gestern habe ich auf der Autobahn ein lustiges Vehikel überholt: einen Smart, der in Tarnfarben lackiert war wie ein Militärfahrzeug. Und auf der Heckscheibe stand in dicken Buchstaben: "Wenn ich groß bin, werde ich ein Panzer."

Das ist natürlich humorvolle Selbstironie und deshalb keineswegs ernst gemeint. Das wäre ja auch widersinnig: Der Besitzer dieses Minimobils wollte ein kompaktes, wendiges und sparsames Stadtauto. Was sollte der also mit einem Panzer?

Aber wir Menschen denken manchmal so. Wie gerne würden wir Großes tun für Gott und unsere Mitmenschen! Aber das ist nur Wenigen vergönnt. Und das ist auch gut so. Wenn wir alle damit beschäftigt wären, die Welt zu retten, zu revolutionieren oder zu reformieren, dann ginge bald gar nichts mehr. Mindestens ebenso notwendig wie die Mahatma Ghandis, Mutter Teresas, Abraham Lincolns, Albert Schweitzers und wie sie alle heißen, sind die unzähligen unbekannten und eher durchschnittlich begabten Menschen, die sich mit scheinbar "kleinen" Dingen befassen wie Kinder gebären und großziehen, Müll entsorgen, Brot verkaufen, Post zustellen, Kranke, Alte, Gebrechliche und Demente pflegen usw. usw. Selbst ein Spitzenpolitiker kann ganz schnell ersetzt werden - eine Mutter dagegen nur sehr schwer. 

Die wahren "Großen" sind nicht die Leute, die in Politik und Wirtschaft weitreichende Entscheidungen treffen und im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit stehen. Wirkliche Größe zeigen z.B. Frauen (meist sind es ja Frauen), die liebevoll und im wahrsten Sinne des Wortes aufopferungsvoll betagte Angehörige pflegen. Oder alleinerziehende Mütter, die auf enorm Vieles verzichten, um ihre Kinder durchzubringen und ihnen eine gute Mutter zu sein und ihnen, soweit möglich, den Vater zu ersetzen. Aber auch Männer, die Beförderungen ablehnen, weil sie sonst zu wenig Zeit für Familie und Gemeinde hätten. Überhaupt Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, nicht, um sich selbst zu verwirklichen, sondern um Gott und Mitmenschen zu dienen.

Der Größte unter diesen Großen ist der, dessen Geburtstag wir heute feiern. Jesus Christus hat auf alles verzichtet, was Er hatte. Als schutz- und hilfloses Baby ist Er mitten in unsere schmutzige, leidvolle und ungerechte Welt gekommen. Und dieses bißchen Leben hat Er am Kreuz für uns hergegeben, um die Strafe für unsere Schuld auf sich zu nehmen und zu sühnen.

Darum hat Gott ihn über alles erhöht  und ihm den Namen geschenkt,  der über allen Namen steht: 10 Denn vor dem Namen Jesus wird einmal jedes Knie gebeugt ... (Philipper 2, 9 - 10)

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