Mittwoch, 23. April 2014

Behindert?

Ich habe am Ostersonntag eine ziemlich tiefgründige Predigt gehört. Sie verdeutlichte anschaulich und eindrucksvoll, daß die Botschaft von der Auferstehung Jesu buchstäblich die sensationellste, wichtigste, folgenreichste und schönste Nachricht ist, die es gibt.

Ich wurde allerdings immer wieder abgelenkt von einem Zuhörer, der oft leise lachte und kicherte. Machte er sich über die Predigt lustig, oder ist er behindert? Dann nickte er auf einmal zustimmend mit dem Kopf. Ich begriff endlich: Der freute sich ein Loch in den Strumpf über das, was er hörte.

Das machte mich nachdenklich. Warum saß ich eigentlich so cool und gelassen da, als würde der Pastor aus einem Telefonbuch vorlesen? Warum freute ich mich nicht genauso wie dieser Mann? Nehme ich nicht das Evangelium meistens fast als selbstverständlich? Das ist schlimm!

Später erfuhr ich, daß dieser Mann doch behindert ist. Das machte mich noch nachdenklicher. Im Grunde bin ICH behindert, und ER ist "normal". Sein Verhalten hat mehr zu mir geredet als die Predigt, die ich gehört habe.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen