Dienstag, 29. Dezember 2015

Gedanken zur Jahreslosung 2016



Wie jemand, den seine Mutter tröstet, so werde ich euch trösten.
Jesaja 66, 13


Wir Evangelikalen machen oft den Fehler, Bibelworte einfach eins zu eins auf uns anzuwenden, ohne danach zu fragen, wem sie eigentlich ursprünglich gegolten haben und in welchem Zusammenhang sie stehen.

Diese wunderbare Verheißung steht im letzten Kapitel des Buches Jesaja. Darin geißelt der Prophet im Auftrag Gottes wieder einmal die Scheinheiligkeit seines Volkes: Sie geben sich sehr fromm, indem sie die vom Gesetz verlangten Opfer bringen. Gleichzeitig aber tun sie Dinge, die Gott ein Greuel sind, und sind Ihm ungehorsam.

Der zweite Teil des Buches Jesaja besteht eigentlich eher aus Verheißungen und Ermutigungen Gottes für Sein Volk. Aber hier, im letzten Kapitel, kündigt Er noch einmal Gericht an (Vers 4). Aber gleich danach prophezeit Er wunderbare, herrliche Zeiten für diejenigen Juden, die sich an diesem Treiben nicht beteiligt haben, sondern darüber traurig sind (Vers 10 b).

Und in diesem Zusammenhang steht das Bibelwort, das uns 2016 begleiten soll. Es ist eine Verheißung, deren Erfüllung Gottes Volk noch nicht im vollen Maß erlebt hat. Und wir als Seine Kinder auch nicht.

Zwar spricht Paulus in 2. Korinther 1 auch davon, daß Gott uns tröstet, aber das ist doch immer nur vorübergehend. Der Herr Jesus selbst hat gesagt: „In der Welt habt ihr Angst (wörtlich: Bedrängnis).“ Und Er fährt fort: „Aber seid guten Mutes …“; allerdings begründet Er das nicht mit der Zusage Seines Trostes, sondern: „denn ich habe die Welt besiegt.“ Von diesem Seinem Sieg werden wir aber erst am Ende der Zeit in vollem Maße profitieren.

Mich erinnert unsere Jahreslosung an eine Verheißung aus dem Buch der Offenbarung des Johannes: „ … und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen“ (Offenbarung 7, 17/ 21, 4). Können das nicht auch die Engel tun? Ja sicher! Aber das ist unserem himmlischen Vater so wichtig, daß Er es selbst machen wird – das ist Chefsache!

Ich habe in unserem Bibelwort das persönliche Fürwort „ich“ unterstrichen. Der Grund dafür ist, daß solche Fürwörter im Hebräischen normalerweise gar nicht erwähnt werden – wer jeweils spricht oder handelt, das geht aus der Verbform (Form des Tätigkeitswortes) eindeutig hervor. Wenn es dann doch genannt wird, dann, um zu betonen, wer der Handelnde ist. Hier ist es Gott selbst.

Nicht jeder von uns hat eine Mutter (gehabt), bei der er immer den Trost findet oder gefunden hat, den er braucht(e). Mütter sind nun einmal auch nur Menschen. Deshalb ist dieses Bild vielleicht nicht für jeden von uns hilfreich. Dann denk daran: Gott ist unser vollkommener himmlischer Vater, der immer Zeit und Verständnis und Liebe für uns hat. Wenn unsere Mutter uns Tränen abgewischt hat, dann war es letztlich nur eine Frage der Zeit, daß wir irgendwann wieder geweint haben. Aber wenn wir einst durch Gottes Gnade im Himmel ankommen, wahrscheinlich noch mit Tränen in den Augen, dann werden das die letzten Tränen sein, die wir geweint haben.

Zurück zum Zusammenhang unseres Bibelwortes: Wer diese Gewißheit hat, dem sollte sie eigentlich ein großer Ansporn sein zum Gehorsam gegenüber dem Willen Gottes, wie er uns in der Bibel geoffenbart worden ist und wie wir ihn in Seinem persönlichen, stillen Reden zu uns im Alltag erfahren. Laß uns Ihm gerade auch im neuen Jahr folgen!

Dienstag, 22. Dezember 2015

Juden nicht mit dem Evangelium belästigen?

In den beiden großen Kirchen sowie in einigen Freikirchen herrscht die Ansicht vor, daß man Juden nicht mit dem Evangelium "belästigen" sollte. Erstens haben sie durch den Holocaust (oder, wie die Juden sagen, die Schoah) schon genug durchgemacht. Und zweitens brauchen sie Jesus gar nicht, weil Gott einen ganz anderen Heilsweg für sie habe.


Zu Punkt 1 habe ich einmal einen messianischen Juden sinngemäß sagen gehört: "Gerade weil wir Juden so Schlimmes durchgemacht haben, darf man uns das Evangelium nicht vorenthalten."

Das sind nun zwei sehr konträre Meinungen. Was sagt denn die Bibel dazu? Ich bin in meiner heutigen Bibellese über das "gestolpert", was der Engel des Herrn zu Joseph sagte, als der von der Schwangerschaft seiner Verlobten gehört hatte. Da sagte der Engel u.a.:

Und sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben, denn Er wird Sein Volk retten von ihren Sünden. (Matthäus 1, 24)

Ich bin über die Worte "Sein Volk" gestolpert. Ich hätte eher erwartet, daß der Engel von "der Menschheit" oder "allen Menschen" spricht. Aber er beschränkt sich hier auf die Juden. Das heißt, Jesus ist der Messias, der Retter vor allem und in erster Linie Seines Volkes. Wenn das so ist (und es kann keinen Zweifel daran geben, wie wir noch sehen werden), dann ist es absurd und pervers, allen Völkern die Gute Nachricht von Jesus Christus zu sagen und sie ausgerechnet den Juden vorzuenthalten. 

Bekanntlich hat der Jude Paulus das genauso gesehen. Wenn man die Apostelgeschichte liest, sieht man, wie sehr er sich vor allem am Anfang seiner Missionstätigkeit bemüht hat, andere Juden für den Messias Jesus zu gewinnen. Ich weise nochmals darauf hin, daß Paulus Jude war. Und auch der Jude Petrus hat Juden missioniert. Die ersten Kapitel der Apostelgeschichte zeigen, wie schwer sich die ersten Christen (die ja alle Juden waren) damit taten, zu begreifen, daß Gottes Heilsangebot auch den Nichtjuden gilt.

Auch danach hat Paulus daran festgehalten, daß das Heil in Jesus Christus zuerst und vor allem den Juden gilt:

Denn ich bekenne mich offen und ohne Scham zu dieser Botschaft: Sie ist ja Gottes Kraft und rettet jeden, der ihr glaubt. Das gilt zunächst für Juden ... (Römer 1, 16, Neue Evangelistische Übersetzung)

 Und der Jude Petrus erklärte kategorisch und scheinbar "intolerant":

Bei niemand anderem ist Rettung zu finden; unter dem ganzen Himmel ist uns Menschen kein anderer Name gegeben, durch den wir gerettet werden können. (Apostelgeschichte 4, 12, Neue Genfer Übersetzung)

Das paßt auch zu dem, was der Jude Jesus über sich selbst gesagt hatte:
 
Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich. (Johannes 14, 6, Neues-Leben-Übersetzung)

Das schließt einen besonderen Heilsweg für die Juden logischerweise aus.

Den Juden das Evangelium zu bezeugen und nahezubringen, sollte also nicht nur selbstverständlich sein, sondern in der Missionsarbeit sogar eine hohe Priorität haben. Daß wir Deutschen dazu nicht besonders geeignet sind nach allem, was wir den Juden angetan haben, steht auf einem anderen Blatt Papier. Aber wer Juden in seinem Umfeld hat, sollte keine Scheu haben, Gelegenheiten zu nutzen, um ihnen zu sagen, was und wieviel ihm oder ihr der Messias Jesus bedeutet.

Sonntag, 20. Dezember 2015

Weihnachtsfreude ohne Weihnachtsstimmung?

Drei Weihnachtsfeste in meinem Leben gab bzw. gibt es, an denen es mit Weihnachtsstimmung schwierig war bzw. ist:

1979 wollten wir am 27.12. umziehen (kann man wirklich so dämlich sein?). Vorher mußten wir noch die alte Wohnung renovieren. Also stellten wir die Möbel in der Mitte der Zimmer zusammen, um die Wände neu streichen zu können. An Heiligabend legte ich den Pinsel beiseite, ging zu Freunden, um den Weihnachtsmann zu geben, und dann ging es zurück, und ich renovierte weiter.

1983 war unser erstes Weihnachten in Haiti. Natürlich gab es keinen Weihnachtsbaum, und die mitgebrachten Kerzen bogen sich traurig zur Seite durch die Hitze. Den zweiten Weihnachtstag (oder war es erst der 27.12.?) verbrachten wir am Meeresstrand. Obwohl wir selbst im Wasser T-Shirts trugen, holten wir uns einen Sonnenbrand, der sich gewaschen hatte. Fröhliche Weihnachten!

Dieses Jahr stecken wir mal wieder in einem Umzug. Ich bin aus beruflichen Gründen schon mal allein mit dem Nötigsten hier in Bremen eingezogen, während meine Frau noch einmal zurück nach Rüsselsheim mußte für ihre letzten Arbeitstage und um den eigentlichen Umzug vorzubereiten. Heiligabend kommt sie wieder. Aber Ihr müßtet mal sehen, wie es hier aussieht! Das Wohnzimmer wird nur noch von vollen Umzugskartons bevölkert, und der Parkettboden löst sich in Wohlgefallen auf (Anfang nächsten Jahres wird er erneuert). Wie würde sich wohl ein geschmückter Weihnachtsbaum in diesem Chaos machen?

Daß in solchen Situationen kaum Weihnachtsstimmung aufkommt (trotz des Adventsgestecks und des Weihnachtssterns in der Küche), liegt ja wohl auf der Hand. Trotzdem werden die Feiertage für uns eine gesegnete Zeit werden. Warum? Nun, Weihnachtsstimmung ist etwas schönes, aber wahre Weihnachtsfreude ist davon nicht abhängig. Unsere so fast gar nicht weihnachtliche Wohnung ändert doch nichts daran, daß Gott in Jesus Christus Mensch geworden ist, um am Kreuz das größte Problem der Menschheit zu lösen - Er ist dort stellvertretend für uns gestorben als Strafe für unsere Schuld vor Gott. Auf dieser Basis kann Gott uns alles vergeben, womit wir gegen Seine guten Gebote verstoßen haben.

Das ist das größte und wunderbarste Weihnachtsgeschenk. Selbst, wenn ich dieses Jahr überhaupt kein Geschenk bekäme, wäre ich damit unendlich reich beschenkt.

Nochmal zum Mitschreiben: 
Weihnachtsstimmung ist etwas schönes, aber wahre Weihnachtsfreude ist davon nicht abhängig.

Ich wünsche allen Lesern dieses Blogs diese tiefe, beglückende und bereichernde Weihnachtsfreude, die auch am 27.12. noch nicht vorbei sein muß.

Samstag, 3. Oktober 2015

Update: Meine Erfahrungen mit Windows 10

Ab und zu tritt wieder die ominöse Fehlermeldung auf; dann muß ich mich ab- und wieder anmelden, und gut ist.

In den letzten Stunden habe ich nun auch das Upgrade meines Laptops von Windows 7 auf 10 durchführen können. Die Schnüffel-Einstellungen geändert - läuft. Nur Virtual XP funzt nicht mehr. Das brauche ich aber auch nicht mehr. Hab auf meinem Hauptrechner XP in einer Virtual Box installiert für Programme, die ich ab und zu noch brauche, um auf alte Dateien zuzugreifen, die z.B. mit Lotus-Programmen erstellt worden sind (WordPro und Approach), die unter aktuelleren Windows-Versionen nicht mehr laufen.

Bin sehr zufrieden.

Freitag, 11. September 2015

11. September 2001

Ja, heute jähren sich die unglaublich schrecklichen Anschläge vom 11. September 2001 (im Englischen heute kurz nach amerikanischer Schreibweise "9/11" genannt) zum vierzehnten Mal. Wohl jeder von uns erinnert sich so gut wie ich daran, was er damals am frühen Nachmittag unserer Zeit gerade tat und wie er erfuhr, was in New York und Washington und Pennsylvania geschah.

Aber darum geht es mir heute nicht. Auch im Rückblick hat das alles wohl für uns alle nichts von seinem Grauen verloren. So etwas hätte wohl niemand für möglich gehalten. Lange Zeit habe ich gedacht, niemand müsse Angst davor haben, daß Flugzeugentführer einen Flieger zum Absturz bringen würden oder noch Schlimmeres tun könnten - schließlich wollten die Täter auch weiterleben. Ja, das war einmal. Was veranlaßt Menschen zu einem solchen Verhalten? Wie ist so etwas möglich?

Nun, zunächst einmal zeigt dies wieder, wie unglaublich naiv das Sprichwort ist: "Schlimmer geht's nimmer" - im Gegenteil: Schlimmer geht's immer. Es zeigt, zu welchen Grausamkeiten und Bosheiten der Mensch fähig ist, der doch angeblich in seinem tiefsten Innern gut ist. Pustekuchen!

Bibelleser wußten das im Prinzip schon immer: 

"Überaus trügerisch ist das Herz und bösartig; wer kann es ergründen?" (Jeremia 17, 9, Schlachter 2000)

Und Paulus bezeugt: 

"Ich weiß, dass ich durch und durch verdorben bin, soweit es meine menschliche Natur betrifft." (Römer 7, 18, Neues-Leben-Übersetzung)

Aber es war nicht nur Boshaftigkeit, was die Attentäter angetrieben hat. Letztlich war es ein abgrundtiefer HASS. Boshaft waren auch die Nazi-Verbrecher. Aber sie hätten niemals ihr Leben dafür geopfert, um ihre Ziele zu erreichen. Nein, die Mörder von 9/11 wurden, genau wie alle Selbstmordattentäter, von einem kaum vorstellbaren Haß getrieben.

Das ist eine teuflische Perversion der Liebe Jesu, die Ihn ebenfalls in den Tod getrieben hat. Aber nicht, um anderen Menschen zu schaden. Ganz im Gegenteil: Er hat das getan, um uns das Beste anzutun, was nur möglich ist: Er wollte, daß wir vor der selbstverschuldeten Strafe für unsere Sünde bewahrt werden: der Hölle. 

Jemand hat den Teufel einmal den Affen Gottes genannt. Er hat keine eigenen Ideen. Er kann nur die Ideen des Schöpfers nachäffen und ins Gegenteil verkehren.

Ich wünsche mir, daß dieser Tag uns nicht nur an das Grauen vom 11.01.2001 erinnert. Sondern auch an unseren wunderbaren Gott, der uns unendlich liebt, obwohl wir Menschen zu solchen widerlichen Taten fähig sind. Wie unbegreiflich groß ist Seine Geduld mit uns, daß Er die Menschen immer noch gewähren läßt, um ihnen Zeit zur Buße zu geben!

Samstag, 5. September 2015

Meine Gerichtsverhandlung

(Verfasser unbekannt, Übersetzung aus dem Englischen: Detlev Fleischhammel)

Ich hatte als Christ gelebt, und nun ging meine Zeit auf der Erde schließlich zuende. Das erste, woran ich mich erinnern kann, ist, daß ich auf einer Bank saß in einem Raum, der mir das Wartezimmer eines Gerichtsgebäude zu sein schien. Die Türen öffneten sich, und ich wurde angewiesen, mitzukommen und den Platz des Angeklagten einzunehmen.

Als ich mich umschaute, sah ich den “Staatsanwalt”. Er war ein schurkenhaft aussehender Mann, der knurrte, als er mich anstarrte; ich hatte ganz bestimmt noch nie jemanden gesehen, der so böse aussah. Ich setzte mich, blickte nach links und sah meinen Rechtsanwalt; er war ein freundlich und sanft aussehender Mann, dessen Erscheinung mir sehr vertraut vorkam.

Die Seitentür wurde aufgerissen, und es erschien der Richter in seiner vollen Robe. Er hatte eine ehrfurchterregende Ausstrahlung, als er sich durch den Raum bewegte, und ich konnte meine Augen nicht von ihm abwenden. Als er seinen Platz hinter der Richterbank einnahm, sagte er: “Fangen wir an.”

Der Staatsanwalt erhob sich und sagte: “Ich heiße Satan, und ich bin hier, um Ihnen zu zeigen, warum dieser Mann in die Hölle gehört. “ Er fuhr fort, indem er von Lügen erzählte, die ich gesagt hatte, von Dingen, die ich gestohlen hatte, und wie ich in der Vergangenheit Menschen betrogen hatte. Satan erzählte von den furchtbaren Entstellungen, die einst ein Teil meines Lebens gewesen waren, und je länger er sprach, desto tiefer sank ich in meinen Sitz.

Ich schämte mich so sehr, daß ich niemand ansehen konnte, nicht einmal meinen Rechtsanwalt, während der Teufel von Sünden erzählte, die ich völlig vergessen hatte. So aufgebracht, wie ich gegen Satan war, weil er alle diese Dinge über mich erzählte, so aufgebracht war ich gleichermaßen gegen meinen Repräsentanten, der schweigend dasaß und überhaupt nichts zu meiner Verteidigung vorbrachte. Ich weiß, daß ich dieser Dinge schuldig war, aber ich hatte in meinem Leben auch Gutes getan - konnten diese Dinge nicht den Schaden ausgleichen, den ich angerichtet hatte?

Satan kam wütend zum Schluß, indem er sagte: “Dieser Mann gehört in die Hölle! Er ist aller Dinge schuldig, deren ich ihn angeklagt habe, und es gibt niemand, der das Gegenteil beweisen kann! Heute kommt die Gerechtigkeit endlich zu ihrem Recht!”

Als mein Rechtsanwalt an der Reihe war, fragte er zuerst, ob er an die Richterbank treten dürfe. Der Richter erlaubte das trotz der starken Einwände Satans, und er winkte meinen Rechtsanwalt nach vorne. Als er aufstand und zu gehen begann, konnte ich ihn nun in seiner vollen Pracht und Majestät sehen.

Plötzlich begriff ich, warum mir mein Rechtsanwalt so vertraut vorkam! Das war Jesus, der mich vertrat - mein Herr und mein Retter!

Er trat an die Richterbank und sprach den Richter mit sanfter Stimme an: “Hallo Papa!”, und dann drehte er sich um, um zum Gericht zu sprechen. “Satan hatte recht, als er sagte, daß dieser Mann gesündigt hat; ich werde keine dieser Aussagen bestreiten. Und in der Tat ist der Lohn der Sünde der Tod, und dieser Mann verdient es, bestraft zu werden.” Jesus atmete tief ein und wandte sich mit ausgestreckten Armen Seinem Vater zu, indem Er ausrief: “Aber ich bin am Kreuz gestorben, damit diese Person ewiges Leben hat. Er hat mich als seinen Retter angenommen, und darum gehört er Mir.”

Mein Herr fuhr fort, indem Er sagte: “Sein Name steht im Buch des Lebens geschrieben, und niemand kann ihn aus Meiner Hand reißen! Satan versteht immer noch nicht, daß diesem Mann nicht Gerechtigkeit widerfahren muß - sondern statt dessen - Barmherzigkeit.” Als Jesus sich setzte, war Er für kurze Zeit still, sah Seinen Vater an und sagte: “Es gibt nichts, was noch getan werden muß; Ich habe alles getan.”

Der Richter erhob Seine gewaltige Hand, klopfte mit dem Hammer auf den Tisch und sagte: “Dieser Mann ist frei! Seine Strafe ist voll und ganz bezahlt. Damit ist die Klage abgewiesen!”

Als mein Herr mich wegführte, konnte ich hören, wie Satan tobte und wütete: “Ich werde nicht aufgeben! Ich werde den nächsten Fall gewinnen!”

Ich fragte Jesus: “Hast du schon jemals einen Fall verloren?” Christus lächelte liebevoll und sagte: “Jeder, der zu Mir gekommen ist und mich gebeten hat, ihn zu vertreten, hat das gleiche Urteil bekommen wie du: ‘Voll und ganz bezahlt’”.

Samstag, 29. August 2015

UPDATE: Meine Erfahrungen mit Windows 10

Gestern kam beim Booten wieder die im letzten Posting zu diesem Thema beschriebene Fehlermeldung. Es gab aber auch zugleich wieder zwei Updates, die ich sofort installierte, und seitdem ist wieder alles in Ordnung.

Ich warte allerdings immer noch auf das Update auf Windows 10 für mein Laptop.

Zur Flüchtlingsproblematik

In die Diskussion um die Flüchtlingsproblematik bringe ich jetzt noch einen weiteren Aspekt in die Diskussion ein: 

Ich mag den Begriff "Rassismus" nicht. Er ist per se diskiminierend, weil er unterstellt, daß es überhaupt menschliche Rassen gibt, was längst überholt ist. Diese Theorie stammt aus dem Kolonialismus und unterstellt, daß es minder- und höherwertige Menschenrassen gibt. Wozu das im letzten Jahrhundert geführt hat, wissen wir alle. Auch, wenn der Begriff "Rassismus" sich genau dagegen wendet, benutzt er doch die Terminologie der Theorie, die er bekämpft, und unterstützt sie damit ungewollt und unbewußt. 

Ich schlage daher vor, eher von Fremdenhaß zu sprechen, oder, wenn es denn unbedingt ein Fremdwort sein muß, von Xenomisie. Dieses Wort habe ich erfunden; es setzt sich zusammen aus den griechischen Wörtern für "fremd" und "hassen".

Samstag, 22. August 2015

UPDATE: Meine Erfahrungen mit Windows 10

Das Betriebssystem läuft weiter stabil und gut. Nur kommt bei fast jedem Booten eine Fehlermeldung (ein Screenshot ist dann leider nicht möglich; sonst würde ich ihn hier posten) mit etwa folgendem Inhalt: "Schwerwiegender Fehler: Startmenü und Cortana funktionieren nicht. Bitte melden Sie sich neu an." Ich klicke dann auf den entsprechenden Button. Es erfolgt eine Ab- und neue Anmeldung, was sehr flott geht. Und dann funktioniert Windows. Ich hoffe, daß bald ein Update kommt, das den Fehler beseitigt.

UPDATE für's Update:
Meine Hoffnung wurde nicht enttäuscht. Im Update-Bereich fand ich ein solches zum Installieren. Das habe ich benutzt und seitdem drei Neustarts gemacht, ohne, daß die Fehlermeldung erneut erschien.

Sonntag, 16. August 2015

Kurzbericht: Meine Erfahrungen mit Windows 10

Ich hatte das Upgrade bestellt. Vor vierzehn Tagen bekam ich die Nachricht, ich könne es jetzt herunterladen. Das hab ich gemacht, aber (und vielleicht hab ich ja da was falsch gemacht) dabei wurde es dann gleich installiert. Nun ja, bis auf das Startmenü (unter 8.1 hatte ich das alte Startmenü ohne Kacheln nachgerüstet, unter 10 ist es eine Art Mischung aus beidem) gefällt es mir sehr gut. Die nervige Charm Bar (das Menü, das immer aufklappt, wenn man mit der Maus zu weit nach rechts kommt) ist verschwunden. Das Starten und Herunterfahren geht noch schneller als bei 8.1. Gut finde ich, daß man auch im Fotobetrachtungsprogramm jetzt die Fotos mit einigen Funktionen bearbeiten kann. Und das alles für lau!

 Ja, eben nicht. Man bezahlt doch dafür, und zwar mit seinen Daten, denn Windows 10 telefoniert ständig nach Hause, und das nicht zu knapp. Man kann das zwar in den EInstellungen stark einschränken, aber eben nicht ganz. Hier mehr dazu: http://www.stern.de/digital/computer/microsoft--windows-10-sammelt-heimlich-daten-6383590.html

Deshalb habe ich mich gestern entschieden, zu 8.1 zurückzukehren. Das ist im Prinzip ganz einfach: Innerhalb der ersten vier Wochen nach Installation genügen wenige Mausklicks, und man ist wieder beim letzten BS. Ging bei mir auch. Nur, daß 8.1 jetzt nicht mehr bootete. Es werden dann einige Reparaturfunktionen angeboten, die ich auch nutzte, aber erfolglos. Dann bleibt noch die Systemwiederherstellung. Windows legt vor dem Upgrade einen Systemwiederherstellungspunkt an, zu dem man zurückkehren kann. Funktionierte bei mir auch nicht.

Mir blieb noch eine letzte Rettung: Ich habe mehrere Image-Backup-Dateien von meinem 8.1-System, die ich zurückspiegeln kann. Aber das ging auch nicht. Es funktionierte - Gott sei Dank - aber mit meinem Windows-10-Backup, das ich gestern vor dem Downgrade angelegt hatte. Nach einigen Stunden intensiver Arbeit war ich dann gestern abend wieder da, wo ich vor dem Versuch gewesen war, zu Windows 8.1 zurückzukehren. Und da bleibe ich vorerst auch. Denn die einzige Möglichkeit, die mir jetzt noch bleibt, um Windows 10 loszuwerden, ist, das System plattzumachen und neu aufzusetzen. Dazu müßte ich mit Windows 7 anfangen und dann das Upgrade auf 8.1 drüberziehen. Und natürlich alle Einstellungen neu machen und alle Programme neu installieren.

Fazit:
Den Wechsel zu Windows 10 sollte man sich sehr gut überlegen. Ich weiß von anderen Usern, die einen ähnlichen Leidensweg hinter sich haben wie ich.

Engel

Das Thema "Engel" ist sehr aktuell. Es gibt jede Menge Bücher darüber. Gerade in der Esoterik spielen sie eine große Rolle. Die Bibel erwähnt sie ja auch häufig. Sie nennt sie "dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die das Heil ererben sollen" (Hebräer 1, 14, Luther). Diese Definition dreht sich um die Bedeutung des griechischen Wortes aggelos, das für "Gesandter" steht.

Das Neue Testament bezieht diesen Begriff zuweilen auch auf Menschen, z.B., wenn der Empfänger der sogenannten Sendschreiben in der Offenbarung als "der Engel der Gemeinde in ..." bezeichnet wird. Deshalb ist meine persönliche Meinung (die ich allerdings kaum biblisch belegen kann), daß in diesem Sinn auch Menschen Engel (Gesandte) Gottes sein können.

Um ein Beispiel zu nennen: Bei meiner Arbeit in einem Seniorenheim stehe ich vor allem morgens oft unter einem enormen Zeitdruck. Ich bete deshalb jeden Tag darum, daß Gott mir beisteht. Er erhört dieses Gebet auf verschiedene Weise: Manchmal geht es dann doch relativ entspannt zu. Oder Er gibt mir die Kraft, den Streß zu ertragen. Einmal hatte ich aber auch ein paar Wochen lang eine nordafrikanische Praktikantin, die ungeheuer tüchtig ist. Zusammen waren wir oft viel zu schnell fertig. Oder da kommt plötzlich eine kleine Türkin und hilft mir völlig ungefragt. In diesen Frauen sehe ich Engel (Gesandte) Gottes. Das beziehe ich nicht auf ihren Charakter (in diesem Sinn wird dieses Wort ja meist gebraucht), sondern darauf, daß ich glaube, daß mein himmlischer Vater sie, ohne daß sie es wußten, mir zur Hilfe geschickt hat.

Ich glaube auch, daß wir selbst als Gläubige manchmal in diesem Sinn Engel sind. Ich habe es schon oft erlebt, daß ich zu jemand genau in richtigen Augenblick kam, um zu helfen. Manchmal wurde das dann auch schon kommentiert im Sinne von: "Sie schickt der Himmel". 

Ich wünsche mir noch mehr Engel dieser Sorte. Und, daß ich noch oft so ein Engel für andere Menschen sein kann.

Donnerstag, 6. August 2015

"Alles gut?"

Schon lange weiß man: Wenn man gefragt wird, wie es einem geht, bedeutet das noch lange nicht, daß der Fragende wirklich eine ehrliche Antwort hören will. Denn wenn man dazu ansetzt, ist er meist schon wieder weg. 

Noch extremer ist es ja im englischen Sprachraum. Die Frage "How do you do" oder "How are you?" ist nicht einmal mehr eine rhetorische Frage, sondern eine Grußformel, die mit genau denselben Worten beantwortet werden soll. Man stelle sich einmal vor: Zwei Männer begegnen einander. Fragt der eine: "Wie geht's Ihrer Frau?" Antwortet der andere: "Wie geht's Ihrer Frau?" Ja, geht's noch?

Zurück zu deutschen diesbezüglichen Gebräuchen. In letzter Zeit höre ich öfter die Frage "Alles gut?" Ließ die früher übliche Frage "Wie geht's?" wenigstens theoretisch noch eine detaillierte Antwort zu, bleibt einem hier nur noch ein Ja oder Nein. Erwartet wird aber natürlich erstere Antwort. Würde man "nein" sagen, dann würde der Fragende das wahrscheinlich gar nicht wahrnehmen, sondern allenfalls mit einem "Schönen Tag noch!" reagieren.

Die Umgangsformen werden immer oberflächlicher. Woran liegt das? Zum Einen wohl an dem zunehmenden Leistungsdruck und Streß in der Arbeitswelt, die ich in letzter Zeit höchst intensiv selbst erlebe. Da hat man gar keine Zeit, einem Kollegen ein wirklich offenes Ohr (geschweige denn Herz) zu leihen für sein Ergehen. Wir müssen schließlich alle weiterhetzen, um den immer mehr steigenden Erwartungen an uns als Arbeitnehmer einigermaßen gerecht zu werden.

Zum Anderen aber auch am übertriebenen Individualismus der westlichen Welt und dem Egozentrismus des Menschen der Postmoderne. Der interessiert sich letztlich und vor allem nur für eines: seine eigene Befindlichkeit.

Kann man solche Entwicklungen aufhalten oder gar rückgängig machen? Ja, natürlich - wenn man die Kraft hat, einen Tsunami aufzuhalten. Nein, man kann nur in seinem Umfeld Zeichen dagegen setzen. Nicht durch entsprechende Antworten auf solche gedankenlosen und unabsichtlich letztlich menschenverachtenden Phrasen. Sondern, indem man ein wirklich offenes Ohr und Herz hat für Kollegen und andere Mitmenschen, die in Not sind. Mittagspausen sind beispielsweise eine gute Gelegenheit dazu. 

Sonntag, 21. Juni 2015

"Mach's wie die Sonnenuhr ..."

" ... zähl die schönen Stunden nur!"

Neulich machte ich zusammen mit Kolleginnen und einigen Bewohnern unseres Seniorenheims einen Spaziergang im nahen Park. Dabei kamen wir zu einer Sonnenuhr, und natürlich fiel uns sofort dieser Spruch ein, den man oft an Sonnenuhren findet. 

Das scheint ein weiser Rat zu sein. Wenn man immer nur an das Schwere denkt, das man hat durchmachen müssen, dann wird man (und dieses Wortspiel ist durchaus beabsichtigt) leicht schwermütig. Andererseits sollte man diese Zeiten aber nicht nur negativ sehen. Wer sich als bewußter Christ in Gottes Hand und von Ihm geführt weiß, dem ist klar, daß Gott keine Fehler macht und genau weiß, warum Er uns auch dunkle Stunden ohne den Sonnenschein der Heiterkeit zumutet. Leider läßt Er uns längst nicht immer wissen, warum Er das tut. Oftmals könnten wir es wohl auch gar nicht verstehen. Wir kleinen Menschen haben ja im Vergleich zum allwissenden Gott nur ein "Erbsenhirn", wie es eine gläubige Frau in solchen Situationen oft nannte. Er erwartet auch gar nicht von uns, daß wir Sein Handeln immer verstehen. Er wünscht sich statt dessen "nur" (ich setze dieses Wort in Anführungszeichen, weil das viel leichter gesagt als getan ist), daß wir Ihm vertrauen, daß Er es dennoch mit uns gut meint.

Wenn wir das tun, dann werden diese schweren Zeiten wertvoll. David drückte das so aus:

"Auch, wenn ich wandere im Tal des Todesschattens, fürchte ich kein Unheil, denn du bist bei mir; dein Stecken und dein Stab, sie trösten mich" (Psalm 23, 4).

Wir machen in solchen Zeiten oft ganz besondere, kostbare Erfahrungen mit der Nähe und dem Trost unseres himmlischen Vaters. Nicht selten, wenn auch längst nicht immer, habe ich in höchst chaotischen oder traurigen Zeiten neben dem Streß und bzw. oder der Trauer einen tiefen Frieden erlebt. Und dann auch sehen können, wie Gott irgendwann plötzlich die Situation völlig änderte. Oder mir die Kraft gab, sie zu ertragen.

Der Apostel Paulus erzählt sehr offen von so einer Krisensituation in seinem Leben:

"Wir wollen euch, liebe Geschwister, nämlich nicht in Unkenntnis lassen über die schlimme Notlage, in die wir in der Provinz Asia gekommen sind. Was uns dort passierte, war so übermächtig, so unerträglich schwer, dass wir sogar unser Leben verloren gaben. Tatsächlich fühlten wir uns schon dem Tod geweiht. Wir sollten eben lernen, unser Vertrauen nicht auf uns selbst zu setzen, sondern auf Gott, der die Toten lebendig macht" (2. Korinther 1, 8 - 9).
 
Im Nachhinein erkannte Paulus, was Gott damit bezweckte: geistliches Wachstum. Und ein paar Verse vorher nennt er noch einen weiteren Zweck dieser schlimmen Erfahrung:
 
"In allem Druck, unter dem wir stehen, ermutigt er uns, damit wir unsererseits die ermutigen können, die irgendwie bedrückt werden. Weil Gott uns getröstet und ermutigt hat, können wir andere trösten und ermutigen" (Vers 4).
 
Ich habe jahrlang unter schweren Depressionen gelitten. Das möchte ich nicht noch einmal durchmachen, aber ich möchte diese Zeit auch nicht missen: Denn seitdem kann ich sehr gut Menschen verstehen, denen es genauso geht. Sie leiden ja meist mehr noch als unter ihrer Krankheit unter dem Unverständnis ihrer Mitmenschen. Und so kann ich ihnen in einer Weise und in einem Ausmaß seelsorgerlich helfen, wie es mir vorher nicht möglich war.
 
Deshalb sind in meinen Augen die weniger schönen Stunden eher noch zählenswerter als die schönen.
 
 

Der neueste Popanz

Ein Popanz ist laut Wikipedia eine nicht ernstzunehmende Schreckgestalt. Das Online-Nachschlagewerk nennt als Beispiele den Teufel und die angeblich allein seligmachende (katholische) Kirche.

Die Auswahl dieser Beispiele halte ich für etwas unglücklich. Aber darum geht es mir nicht, sondern um die neueste Schreckgestalt. Man nennt sie "Homophobie" und meint damit jede Form der Ablehnung von Homosexualität. Eine Phobie (von griechisch phobos = Angst) ist eine übertriebene oder grundlose Furcht wie z.B. die Flugangst. Die Betroffenen wissen genau, daß das Flugzeug zumindest statistisch eins der sichersten Verkehrsmittel ist, und dennoch bekommen sie Panikattacken, wenn der Flieger abhebt, in dem sie sitzen.

Ganz Ähnliches unterstellt der Begriff "Homophobie" von seiner Bedeutung her den Menschen, die Homosexualität für nicht normal halten. Das ist aber natürlich völlig unzutreffend. Ich kenne niemanden, der Angst vor Homosexuellen hat, solange sie nicht übergriffig werden - aber das sind ja manche Heterosexuelle auch. Dieser Ausdruck ist ein Kampfbegriff, der den Gegner diffamiert, indem er suggeriert, daß Ablehnung von Homosexualität krankhaft ist.

Inzwischen geht man sogar noch weiter, indem man diese Einstellung "gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" nennt und dies als ein "Syndrom" (das gleichzeitige Vorliegen verschiedener Krankheitszeichen, sogenannter Symptome) bezeichnet. Um es mal ganz platt auszudrücken, wird damit gesagt: Wer so denkt, ist reif für die Klapse. Das ist natürlich noch viel diffamierender. So argumentiert man eigentlich nur, wenn einem die Argumente ausgegangen sind.

Diese Denkweise übt eine solche Macht in unserem Land aus, daß sie sogar ungestraft die Meinungsfreiheit einschränkt. Spiegel Online berichtete am 02.06.2015: In einer Ratgeberkolumne des Bielefelder "Westfalenblatts" äußerte ein Leser Unbehagen, seine beiden Töchter als Blumenmädchen auf die Hochzeit eines schwulen Paares zu schicken. Eine Autorin bestärkte ihn in ihrer Antwort darin, denn das würde die Kinder angeblich nur durcheinanderbringen. Nach zwei Tagen angeblich organisierter Anfeindung im Netz habe ein Chefredakteur erklärt, man werde sich umgehend von dieser Autorin trennen. Kommentar des Spiegel-Journalisten: "So schnell begeht man in Deutschland also ein Meinungsverbrechen, das einen den Job kostet." Aus dem Artikel geht auch hervor, daß diese selbsternannten Strafverfolger die "Homophobie" auf dieselbe Stufe stellen wie Rassismus und Antisemitismus. Was für eine himmelschreiende Verharmlosung des Judenhasses!

Kaum jemand haßt Homosexuelle. Es gibt aber immer noch einige Menschen in unserem Land, die an der jahrtausendelang vorgeherrschten Ansicht festhalten, daß Homosexualität eine Perversion der Sexualität zwischen Mann und Frau ist. Das ist nicht politisch korrekt und wird deshalb mit allen Mitteln bekämpft, auch mit ziemlich schmutzigen. Interessant, daß das sogar einem sonst so mainstreammäßigen Medium wie dem Spiegel auffällt.

Ich habe überhaupt kein Problem damit, sogenannte Schwule und Lesben zu tolerieren und zu akzeptieren, genauso wie Menschen, die anders denken als ich. Ich wehre mich nur dagegen, daß man mir deshalb eine Phobie, also eine psychische Krankheit, unterstellt. Es nennt mich ja auch niemand kommunismophob, nur, weil ich kein Anhänger dieser politischen Richtung bin.Und ich unterstelle auch niemandem Evangelikalophobie, nur, weil er diese Glaubensrichtung scharf kritisiert, wie es in unseren Medien immer wieder in meist unsachlicher und unbegründeter Weise geschieht.

Dienstag, 9. Juni 2015

Warum streikt Gott eigentlich nicht?

Lokführerstreik, Kita-Streik und jetzt auch noch Poststreik - unsere Geduld wird ganz schön strapaziert in letzter Zeit. Streiks sind Ausdruck großer Unzufriedenheit der daran beteiligten Arbeitnehmer. Ich will hier gar nicht auf die Frage eingehen, ob und in wieweit die jeweiligen Ausstände berechtigt sind. Mir kam aber soeben eine ganz andere Frage in den Sinn: Warum streikt Gott eigentlich nicht?

Das mag vielen Lesern absurd erscheinen - wieso sollte unser Schöpfer streiken? Er hat doch keine Instanz über sich, der Er etwas abtrotzen könnte! Nein, das natürlich nicht. Aber Er hat mehr Grund zur Unzufriedenheit als alle Menschen der Welt zusammen. Womit und mit wem? Nun, das liegt doch auf der Hand: mit uns, Seinen Geschöpfen! 

Muß ich wirklich auf die unzähligen Mißstände in der ganzen Welt und insbesondere in unserem Land hinweisen? Nein, das muß ich nicht, und deshalb tue ich es auch nicht. Wir ärgern uns ja selbst darüber. Warum setzt Er dann nicht endlich Seiner Geduld ein Ende und schlägt da mal mit der Faust rein?

Nun, das wird Er eines Tages tun:

Der Tag des Herrn wird aber so unerwartet kommen wie ein Dieb. Dann wird der Himmel unter schrecklichem Lärm vergehen und die Himmelskörper im Feuer verglühen. Die Erde und alles, was der Mensch auf ihr gemacht hat, werden dann verbrannt werden.
(2. Petrus 3, 10)
  
Bis dahin gilt aber:

Der Herr verzögert seine Zusage nicht, wie manche das meinen. Im Gegenteil: Er hat Geduld mit euch, denn er will nicht, dass irgendjemand ins Verderben geht, sondern dass alle Gelegenheit haben, zu ihm umzukehren.
(2. Petrus 3, 9)

Wie gesagt: Gott hätte allen Grund, zu "streiken". Dieses Wort kommt übrigens vom englischen Verb "strike", dessen Grundbedeutung "schlagen" ist. Daß Er das (noch) nicht tut, das liegt an Seiner unendlich großen Liebe zu uns Menschen und an Seiner unfaßbaren Geduld. Er will, daß wir Menschen diese Zeit nutzen, um Sein Angebot anzunehmen, uns unsere Schuld zu vergeben auf der Grundlage des stellvertretenden Opfertodes Seines Sohnes Jesus Christus am Kreuz. Wenn Er einst mit Seinem gerechten Gericht beginnt, ist es zu spät dazu.

Aber auch diejenigen von uns, die das schon getan haben und um die Vergebung ihrer Schuld wissen, profitieren täglich davon, daß Gott ihnen gegenüber nicht von Seinem "Streikrecht" Gebrauch macht. Seitdem wir Ihn als unseren Erlöser und Herrn angenommen haben, hat es nicht einen Tag gegeben, an dem wir Ihn nicht enttäuscht, Ihm nicht wehgetan und Ihn beleidigt haben durch unser Versagen, unsere Halbherzigkeit, unsere Lieblosigkeit usw. Und doch hält Er uns unverbrüchlich die Treue Begreifen kann ich das nicht. Aber wir können und sollten Ihm zutiefst dankbar sein dafür.

Ja, die Gnadenerweise des HERRN sind nicht zu Ende, ja, sein Erbarmen hört nicht auf, es ist jeden Morgen neu. Groß ist deine Treue.
(Klagelieder 3, 22 - 23)

Samstag, 30. Mai 2015

Vergeben, aber nicht vergessen?

Der wiedergewählte FIFA-Präsident soll über seine Widersacher gesagt haben: "Ich vergebe allen, aber ich vergesse nicht." Was soll man davon halten?

Nun, in diesem Fall ist klar, daß er nicht wirklich vergibt. Durch die Blume sagt er, daß er nur auf eine gute Gelegenheit wartet, es diesen Leuten heimzuzahlen. Das ist schon deshalb klar, weil er sich immer wieder als absoluter Machtmensch erwiesen hat. Und für solche Leute gibt es nur zwei Arten von Menschen: diejenigen, die sich seiner Herrschaft unterwerfen, und diejenigen, die es nicht tun. Und Letztere bekämpfen sie bis aufs Messer.

Aber muß man wirklich immer nicht nur vergeben, sondern auch vergessen? Jein. Ja in dem Sinne, daß man nicht nachtragend sein darf, wenn man vergeben hat. Sonst hat man nämlich nicht wirklich vergeben. Nein in dem Sinne, daß ich das Unrecht, das man mir angetan hat, nicht aus meinem Gedächtnis ausradieren kann. Es ist wie eine Wunde, die Zeit braucht, um zu heilen. Und selbst, wenn sie verheilt ist, bleibt eine Narbe zurück.

Ich kann diesen Heilungsprozeß aber stören, indem ich den Schorf immer wieder abreiße, der sich bildet, oder sogar in der Wunde herumwühle, indem ich oft daran denke, was mir da Schlimmes angetan worden ist, und mich darüber aufrege. 

Tue ich das aber nicht, dann kann ich eines Tages ohne jede Bitterkeit und Groll daran zurückdenken. Dann ist es immer noch nicht vergessen, aber es hat erheblich an Bedeutung verloren. Und vor allem tut es nicht mehr weh. Deshalb ist Vergebung nicht nur eine christliche Pflicht, sondern auch etwas, was uns selbst sehr guttut. Unversöhnlichkeit schadet vor allem uns selbst.

Donnerstag, 14. Mai 2015

"Ich glaube nur, was ich sehe"

Diesen Satz habe ich schon des öfteren als Einwand gegen den christlichen Glauben gehört. Aber das läßt sich leicht, wenn auch ziemlich unhöflich, ad absurdum führen, indem man antwortet: "Dann zeigen Sie mir bitte mal Ihren Verstand."

Ernsthaft: Es ist eine bekannte Tatsache, daß man keinen unserer fünf Sinne so leicht in die Irre führen kann wie das Sehen. Man braucht nur mal nach dem Stichwort "optische Täuschungen" zu googlen, dann findet man jede Menge Beispiele dafür.

Darüber hinaus sehe ich seit ein paar Wochen ständig Dinge, die es nicht gibt. Nein, keine Sorge, ich habe keine Halluzinationen. Es handelt sich um Sehstörungen: Auf beiden Augen huschen ständig schwarze Gebilde wie kleine Haarbüschel durch mein Gesichtsfeld, wenn ich die Pupillen bewege. Man nennt das "mouches volantes" (französisch: "fliegende Fliegen"). Das hängt mit dem Glaskörper der Augen zusammen, und das werde ich wohl auch nicht mehr los. Aber ich bin dabei, mich daran zu gewöhnen. Jedenfalls führt mir das noch anschaulicher buchstäblich vor Augen, wie wenig ich mich auf das verlassen kann, was ich sehe.

Dabei bin ich ja noch sehr gut dran. Gestern habe ich eine blinde Frau im Rollstuhl zum Arzt gebracht. Sie hat mir buchstäblich blind vertraut, daß ich sie dorthin fahre und nicht womöglich ganz woanders hin. Dabei kannte sie mich noch gar nicht. Na gut, was blieb ihr auch anderes übrig mangels Alternativen?

Wir sind aber auch in anderen Situationen bereit, uns Menschen anvertrauen, obwohl wir schon oft von Mitmenschen getäuscht, betrogen und ausgenutzt worden sind. Wenn ich in ein Taxi steige und dem Fahrer sage, wohin er mich kutschieren soll, kann ich ihn kaum daran hindern, mich an einen ganz anderen Ort zu bringen. Ich muß ihm einfach vertrauen und habe das auch schon oft getan.

Warum fällt es dann so vielen Menschen so schwer, sich dem allmächtigen, allwissenden und allgegenwärtigen Gott anzuvertrauen, von dem die Bibel sagt, daß Er die Liebe in Person ist? Und der Seine Liebe zu uns bewiesen hat, indem Er Seinen einzigen und geliebten Sohn für unsere Schuld hat am Kreuz sterben lassen?
 

Samstag, 18. April 2015

Bin ich ein Sprach-Pedant?

Nein, bisher hat mir dies noch niemand vorgeworfen. Aber manchmal stellt sich mir schon diese Frage. Nämlich, wenn mich bestimmte Deutsch-Fehler nerven, die ich immer wieder höre. Gar nicht mal von Leuten, die es auch sonst nicht so genau nehmen mit korrektem Deutsch. Sondern von Journalisten, die es besser wissen sollten.

Beispiel gefällig? Soeben las ich in der aktuellen "ADAC Motorwelt" (April 2015) auf Seite 26 folgenden Satz:

"2011 bin ich das erste Mal ein E-Mobil gefahren."

Da klappen sich bei mir die Fußnägel hoch. Es muß natürlich heißen " ... habe ich ... gefahren." Wenn der Verfasser auf dem Beifahrersitz gesessen hätte, hätte er schreiben können: " ... bin ich ... mitgefahren."

Diese Sprachverhunzung begegnet einem leider auch immer wieder in der Fernsehsendung "automobil" sonntags auf VOX: "Herr X ist schon den neuen Ferrari XXX gefahren." Beherrscht denn da in der Redaktion niemand die deutsche Sprache ausreichend, um diesen Fehler zu bemerken und zu korrigieren?

Ich fürchte, daß diese Unsitte, wie so manche andere auch, mehr und mehr Eingang in den Sprachgebrauch findet. Es scheint sich ja schon jetzt niemand außer mir daran zu stören. Es ist ein weiteres Beispiel dafür, daß - und das beobachte ich auch in der englischen Sprache - Sprache immer mehr degeneriert. Man sieht das daran, daß selbst unter Akademikern kaum noch jemand die deutsche Rechtschreibung einigermaßen beherrscht (was bei mir auch zutrifft, aber nur im Hinblick auf die letzte Orthographie-Reform, die ich bewußt ignoriere). Anscheinend wird im Deutschunterricht darauf kaum noch Wert gelegt, und das gilt wohl leider auch in zunehmendem Maße für die deutsche Grammatik.

Was wieder einmal belegt, daß, was sich selbst überlassen wird, in der Regel nicht besser wird, sondern schlechter.

Donnerstag, 19. März 2015

Der berufstätige Christ

Worin auch immer eure Arbeit besteht – tut sie mit ganzer Hingabe, denn ´letztlich` dient ihr nicht Menschen, sondern dem Herrn.
(Kolosser 3, 23 - Neue Genfer Übersetzung)

Wenn man in seinem Beruf mehr tut, als von einem verlangt wird und verlangt werden kann (weil man die Notwendigkeit sieht), und wenn das dann von den Vorgesetzten kaum anerkannt, ja, mit der Zeit fast als selbstverständlich angesehen wird - sollte man dann damit aufhören?

Das wäre mehr als verständlich. Aber es ließe sich nicht mit dem oben zitierten Bibelwort vereinbaren. Auch mit unserer "weltlichen" Berufsarbeit dienen wir nicht in erster Linie unserem Arbeitgeber, sondern dem Herrn Jesus Christus. Insofern stehen alle gläubigen Berufstätigen im "vollzeitlichen Dienst" für Gott - nicht nur Pastoren, Bibellehrer und Missionare.

Wenn aber das, was ich formal für meinen Arbeitgeber tue, letztlich Gott dient, dann ist das Beste gerade gut genug. Dann muß ich volle Leistung bringen, also mehr tun als absolut notwendig. Selbst, wenn es der Chef nicht sieht oder nicht sehen will - Gott sieht es, und Er wird es eines Tages belohnen (siehe den folgenden Vers 24). Und wenn ich diese Zielsetzung in meinem Berufsalltag habe, wird mir das auch nicht sonderlich schwerfallen.

Allerdings hat das auch seine Grenzen. Wenn der Chef meine Einsatzbereitschaft sieht und sie schamlos ausnutzt, ist es Zeit, die Notbremse zu ziehen. Denn das geht an die Substanz und kann sogar zum Burnout führen. Das würde unser himmlischer Vater nie von uns verlangen.

Wo aber liegt die Grenze? Da müssen wir uns von Gott führen lassen. Ich denke oft daran, daß mein Vater früher oft gesagt hat: "Alles mit "zu" ist falsch". Beispiele: zu dick, zu dünn; zu viel, zu wenig; zu faul, zu fleißig. Das kann auch eine Hilfe sein, um zu erkennen, wann es des "Guten" zuviel ist.

Samstag, 14. März 2015

"Immer mehr von Dir"

Das ist der Titel eines der neueren Anbetungslieder. Ich mag diese Lieder eigentlich, obwohl sie bei näherem Hinsehen sich oft als ziemlich oberflächlich erweisen.

Dieses Lied etwa auch? Leider darf ich nicht aus dem Text zitieren, ohne eine Abmahnung zu riskieren wegen einer Urheberrechtsverletzung. Wer will, kann ihn hier lesen. Im Refrain kommt der Wunsch zum Ausdruck, immer mehr
  • zu sein wie Jesus
  • Seine Worte zu verstehen
  • Seine Werke zu tun.
Und in den beiden Strophen wird darum gebetet, daß der HERR immer mehr von Sich gibt.

Das ist an sich sehr gut und empfehlenswert. Aber wenn ich höre, wie dieses Lied gesungen wird (und ähnliche Lieder), dann frage ich mich, ob die Textdichter und die Sänger wissen, auf welchem Weg der Herr Jesus dieses Gebet erhört.

Der Apostel Paulus beantwortet diese Frage in unserem heutigen Lehrtext:

Philipper 3, 10 (Neue evangelistische Übersetzung)
Ich möchte nichts anderes mehr kennen als Christus, und ich will die mächtige Kraft, die ihn aus den Toten auferstehen ließ, an meinem eigenen Leib erfahren. Ich möchte lernen, was es heißt, mit ihm zu leiden und in ihm zu sterben ... (Hervorhebungen von mir)

Geistliches Wachstum gibt es nicht ohne Leiden und Sterben. Jesus sagt:

Johannes 12, 24 (Schlachter 2000)
Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, so bleibt es allein; wenn es aber stirbt, so bringt es viel Frucht. (Hervorhebungen von mir)

Dieses Sterben bedeutet für Jünger Jesu den Verzicht auf ein Leben in eigener Regie, das Selbstverwirklichung, Erfüllung der eigenen Wünsche und Ziele anstrebt, sowie ganze Hingabe an Jesus, Dienst für Ihn, Abhängigkeit von Ihm und Gehorsam gegenüber Seinem Wort und Seiner Führung.

Es bedeutet auch Leiden für Ihn, weil dieses Leben und das Zeugnis für unseren Herrn zwangsläufig bei den Menschen aneckt, die ganz anders leben. Es kann sogar Verfolgung um Seines Namens willen, Gefängnis und Tod mit sich bringen.

Aber es führt auch dazu, daß genau das geschieht, was dieses Lied anstrebt, daß wir dem Herrn Jesus ähnlicher werden, daß wir Seine Worte verstehen und Seine Werke tun und eine immer engere, beglückende Gemeinschaft mit Ihm haben. 

Aber, wie gesagt: Das gibt es nicht zum geistlichen Nulltarif - noch nicht einmal im Sonderangebot. Ich finde es sehr, sehr traurig, daß diese Lieder das verschweigen.

Deshalb sollte man dieses und ähnliche Lieder nicht singen, wenn man nicht bereit ist, den Preis dafür zu zahlen.

Samstag, 28. Februar 2015

Falsche Freunde

In meiner Gymnasialzeit hatte ich einen Austauschlehrer aus Großbritannien. Manchmal warf der mit Kreide nach undisziplinierten Schülern und sagte dann etwas, was ich als "Mist" verstand. Erst später begriff ich, daß er "Missed" meinte. Jahrzehnte später lernte ich an einer Sprachschule in Frankreich, daß man so etwas einen "faux ami" nennt - einen falschen Freund. Etwas, was sich in einer Fremdsprache ganz ähnlich anhört, aber eine andere Bedeutung hat.

Ja, falsche Freunde erkennt man leider erst frühestens auf den zweiten Blick. Und wer behauptet, sie sofort zu erkennen, der macht sich etwas vor oder ist ein Lügner. Was ein echter Freund ist, das merkst Du erst, wenn es Dir schlecht geht. Alle anderen verdünnisieren sich dann nämlich.