Donnerstag, 19. März 2015

Der berufstätige Christ

Worin auch immer eure Arbeit besteht – tut sie mit ganzer Hingabe, denn ´letztlich` dient ihr nicht Menschen, sondern dem Herrn.
(Kolosser 3, 23 - Neue Genfer Übersetzung)

Wenn man in seinem Beruf mehr tut, als von einem verlangt wird und verlangt werden kann (weil man die Notwendigkeit sieht), und wenn das dann von den Vorgesetzten kaum anerkannt, ja, mit der Zeit fast als selbstverständlich angesehen wird - sollte man dann damit aufhören?

Das wäre mehr als verständlich. Aber es ließe sich nicht mit dem oben zitierten Bibelwort vereinbaren. Auch mit unserer "weltlichen" Berufsarbeit dienen wir nicht in erster Linie unserem Arbeitgeber, sondern dem Herrn Jesus Christus. Insofern stehen alle gläubigen Berufstätigen im "vollzeitlichen Dienst" für Gott - nicht nur Pastoren, Bibellehrer und Missionare.

Wenn aber das, was ich formal für meinen Arbeitgeber tue, letztlich Gott dient, dann ist das Beste gerade gut genug. Dann muß ich volle Leistung bringen, also mehr tun als absolut notwendig. Selbst, wenn es der Chef nicht sieht oder nicht sehen will - Gott sieht es, und Er wird es eines Tages belohnen (siehe den folgenden Vers 24). Und wenn ich diese Zielsetzung in meinem Berufsalltag habe, wird mir das auch nicht sonderlich schwerfallen.

Allerdings hat das auch seine Grenzen. Wenn der Chef meine Einsatzbereitschaft sieht und sie schamlos ausnutzt, ist es Zeit, die Notbremse zu ziehen. Denn das geht an die Substanz und kann sogar zum Burnout führen. Das würde unser himmlischer Vater nie von uns verlangen.

Wo aber liegt die Grenze? Da müssen wir uns von Gott führen lassen. Ich denke oft daran, daß mein Vater früher oft gesagt hat: "Alles mit "zu" ist falsch". Beispiele: zu dick, zu dünn; zu viel, zu wenig; zu faul, zu fleißig. Das kann auch eine Hilfe sein, um zu erkennen, wann es des "Guten" zuviel ist.

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