Samstag, 18. April 2015

Bin ich ein Sprach-Pedant?

Nein, bisher hat mir dies noch niemand vorgeworfen. Aber manchmal stellt sich mir schon diese Frage. Nämlich, wenn mich bestimmte Deutsch-Fehler nerven, die ich immer wieder höre. Gar nicht mal von Leuten, die es auch sonst nicht so genau nehmen mit korrektem Deutsch. Sondern von Journalisten, die es besser wissen sollten.

Beispiel gefällig? Soeben las ich in der aktuellen "ADAC Motorwelt" (April 2015) auf Seite 26 folgenden Satz:

"2011 bin ich das erste Mal ein E-Mobil gefahren."

Da klappen sich bei mir die Fußnägel hoch. Es muß natürlich heißen " ... habe ich ... gefahren." Wenn der Verfasser auf dem Beifahrersitz gesessen hätte, hätte er schreiben können: " ... bin ich ... mitgefahren."

Diese Sprachverhunzung begegnet einem leider auch immer wieder in der Fernsehsendung "automobil" sonntags auf VOX: "Herr X ist schon den neuen Ferrari XXX gefahren." Beherrscht denn da in der Redaktion niemand die deutsche Sprache ausreichend, um diesen Fehler zu bemerken und zu korrigieren?

Ich fürchte, daß diese Unsitte, wie so manche andere auch, mehr und mehr Eingang in den Sprachgebrauch findet. Es scheint sich ja schon jetzt niemand außer mir daran zu stören. Es ist ein weiteres Beispiel dafür, daß - und das beobachte ich auch in der englischen Sprache - Sprache immer mehr degeneriert. Man sieht das daran, daß selbst unter Akademikern kaum noch jemand die deutsche Rechtschreibung einigermaßen beherrscht (was bei mir auch zutrifft, aber nur im Hinblick auf die letzte Orthographie-Reform, die ich bewußt ignoriere). Anscheinend wird im Deutschunterricht darauf kaum noch Wert gelegt, und das gilt wohl leider auch in zunehmendem Maße für die deutsche Grammatik.

Was wieder einmal belegt, daß, was sich selbst überlassen wird, in der Regel nicht besser wird, sondern schlechter.