Mittwoch, 21. Dezember 2016

Sonnenwende und Winteranfang

Heute, am 21. Dezember, ist der kürzeste Tag und die längste Nacht des Jahres und gleichzeitig der offizielle Beginn der dunklen Jahreszeit, des Winters. 

Ich mag den Winter nicht, ganz besonders nicht den schmuddeligen norddeutschen. Und die letzten Wochen haben wir kaum die Sonne gesehen - gefühlt war es fast täglich stark bewölkt oder trüb, wenn nicht sogar neblig. Das schlägt aufs Gemüt! 

Und nach der Umstellung von der Sommerzeit auf Normalzeit wurde es auf einmal noch eine Stunde früher dunkel als ohnehin schon. Und nun soll es mit dem Winter, der dunklen Jahreszeit, erst richtig losgehen?

Jein. Kalendarisch hat man den Beginn des Winters auf den heutigen Tag gelegt. Aus Sicht der Meteorologen haben wir aber schon drei Wochen davon hinter uns gebracht, denn für sie beginnt er schon am 1. Dezember. 

Rein rechnerisch ist, was das Sonnenlicht betrifft, heute der schlimmste Tag. Aber der Begriff "Sonnenwende" sagt es ja schon - jetzt kann es nicht mehr schlimmer werden, sondern nur noch besser. Ab morgen werden die Tage langsam, aber sicher, wieder länger! So hat, wer ein Auge dafür hat, auch im Dunklen einen Lichtblick.

Man kann das in der Natur noch viel deutlicher sehen. Vor einigen Wochen haben die Bäume wieder ihre Blätter abgeworfen und sind (abgesehen von den Nadelgehölzen) kahl und scheinbar tot. Aber wer genau hinschaut, sieht schon die Knospen für das neue Laub, das in einigen Wochen neu grünen und sprossen wird. Diese Knospen sind Propheten des Lebens mitten im scheinbaren Tod. Und der begründeten Hoffnung. 

Wenn etwas, was man sich gewünscht hat, sich nicht erfüllt, zitiert man in letzter Zeit immer häufiger das Sprichwort "Die Hoffnung stirbt zuletzt". Aus christlicher Sicht kann ich dem nicht zustimmen. Es besagt ja, daß die Hoffnung enttäuscht und irgendwann wie eine Kerze verlischt. 

Als Christ setze ich meine Hoffnung auf die Verheißungen des Wortes Gottes, also der Bibel. Sie sprechen nicht von einer vagen Hoffnung, die sich vielleicht erfüllt, vielleicht aber auch nicht. Die Bibel gebraucht das Wort "Hoffnung" im Hinblick auf das, was Gott uns verspricht, praktisch als Synonym (gleichbedeutendes Wort) für "Gewißheit".

Diese Welt wird immer dunkler - das hat uns der Anschlag mit dem LKW auf dem Berliner Weihnachtsmarkt am vergangenen Montag mit zwölf Toten und fast fünfzig Verletzten wieder einmal brutal unter die Nase gerieben. Sagte man früher "Schlimmer geht's nimmer", muß man heute leider sagen: "Schlimmer geht's immer". Man fragt sich: Wo soll das hinführen? Wie wird das einmal enden? Im Weltuntergang wie eine typische Schlußszene von James-Bond-Filmen, in denen alles mit lauten Getöse in die Luft fliegt?

Nein, eben nicht. Das ist meine Hoffnung, ja, Gewißheit gerade in dieser dunklen Zeit: Gott läßt das Böse in dieser Welt noch eine ganze Weile gewähren. Aber zu Seiner Zeit und auf Seine Weise wird Er dem ein Ende setzen. 

Nach diesem Anschlag fragten meine Frau und ich uns, ob es nicht zu riskant ist, an Heiligabend den Gottesdienst in einer überfüllten Kirche zu besuchen - wer garantiert uns denn, daß da nicht jemand eine Bombe zündet, sich selbst in die Luft sprengt oder mit einer MP um sich schießt? 

Niemand. Aber wir sind diesen Menschen nicht ausgeliefert, sondern in Gottes Hand. Solange Er noch etwas mit uns vorhat, hält Er Seine starke Hand über uns. Und wenn unsere Zeit gekommen ist, dann gehen wir zu Ihm in die Ewigkeit, wo es dieses ganze Elend nie wieder geben wird.

Deshalb werden wir frohen Mutes am Weihnachtsgottesdienst teilnehmen. Unsere Hoffnung stirbt nicht zuletzt, sondern nie, weil sie sich auf jeden Fall erfüllen wird. Und Tage wie der heutige erinnern uns daran, daß es auch an den dunkelsten Tagen und in den finstersten Nächten Anlaß zur Zuversicht gibt.

Haben Sie diese Hoffnung und Gewißheit auch? Wenn nicht, möchten Sie sie haben? Ich helfe Ihnen gerne dabei. Kontaktieren Sie mich bitte unter detlev @ fleischhammel. de.